1000 Einsätze in 12 Jahren – Helfer-vor-Ort-System hat sich bewährt

Helfer vor Ort DRK Alpirsbach HVO 2012

In der Mitgliederversammlung am 19. März 1999 hat der damalige Kreisbereitschaftsleiter Michael Schwab ein neues Angebot des DRK vorgestellt. Mit einem sogenannten „Helfer-vor-Ort-System (HvO)“ soll spontane Hilfe möglich gemacht werden. Wie sich das auf die Bereitschaft Alpirsbach auswirken wird, hat sich zum damaligen Zeitpunkt noch niemand vorstellen können.

Der 1000. Einsatz der Helfer vor Ort war dann am 20.5.2012, also 12 Jahre nach dem Startschuss für dieses System in Alpirsbach. Was im Jahr 2000 mit 9 Einsätzen begonnen hat, ist heute mit im Schnitt 120 Einsätzen im Jahr eine echte finanzielle und vor allem personelle Herausforderung. Dabei konnte das DRK Alpirsbach im Jahr 2011 auf 21 Helfer vor Ort (HvO) in Alpirsbach, Peterzell und Römlinsdorf, Reinerzau, Reutin und Gräben, Ehlenbogen und einen Bereitschaftsarzt zurückgreifen. Dabei gehören Einsätze bei Verkehrsunfällen in Alpirsbach und seinen Ortsteilen ebenso zum Aufgabenspektrum der Alpirsbacher DRK-Helfer wie internistische und chirurgische Notfälle und die Versorgung der Betroffenen bei Bränden. Zu den HvO Einsätzen kommen noch ca. fünf SET-Einsätze bei größeren Schadensereignissen, wie z.B. Bränden oder Verkehrsunfällen mit mehreren Verletzten oder zu betreuenden Personen. Bei diesem SchnellEinsatzTrupp (SET) werden die gesamten Helfer vor Ort gebündelt und rücken mit ihren DRK Fahrzeugen gemeinsam an den Ort des Ereignisses aus.

Die Tendenz der Einsatzzahlen ist immer noch beständig steigend. Als Ergänzung zum Rettungsdienst ist das HvO-System inzwischen zu einem unverzichtbaren Glied der Rettungskette für die Alpirsbacher Bevölkerung geworden, denn bei einem Notruf über die Nummer 112 schickt die Leitstelle einen Rettungswagen aus Loßburg und einen Notarztwagen aus Freudenstadt los und alarmiert parallel dazu die HvO zu dem betreffenden Einsatzort, um die ersten Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes einzuleiten. Über Funkmeldeempfänger werden die HvO zur Einsatzstelle beordert und fahren mit ihren privaten PKW an. Die benötigte und hochwertige Ausrüstung und Schutzkleidung stellt der Ortsverein in Form von Einsatztaschen und lebensrettenden AED-Geräten (Automatischer Externer Defibrillator zur Reanimationsunterstützung bei Herzstillstand) zur Verfügung. Die ehrenamtlichen Helfer haben den großen Vorteil, dass sie sehr schnell am Ort des Geschehens sind und unverzüglich mit der medizinischen Erstversorgung beginnen können. Der ortsansässige Arzt, Dr. Peter Stoll, ist ebenfalls in das gut funktionierende System mit eingebunden mit einem vom DRK Kreisverband zur Verfügung gestellten Notarzteinsatzfahrzeug.

Dennoch ist das große Problem in der Mannschaft der Helfer, dass sich 120 Einsätze auf wenige Schultern verteilen, da einige beruflich unterwegs sind oder nicht ohne weiteres innerhalb von Minuten ihre Familie alleine lassen können. Nachwuchs zu finden ist schwierig. Die Helferzahlen auch in der Bereitschaft stagnieren seit Jahren und gehen eher zurück. Das wird das Problem der nächsten Jahre sein, dem sich das DRK nicht nur in Alpirsbach stellen muss.