
Jean-Henri Dunant
(1828-1910)
Gründer des Roten Kreuzes
Träger des Nobelpreis für den Frieden
Henry Dunant besuchte die Volksschule, dann das Gymnasium. Nach dem unfreiwilligen Austritt aus dem Gymnasium begann er eine Banklehre. Unter den Kaufleuten fand er Freunde, mit deren Hilfe er den "Christlichen Verein junger Männer" gründete, der sich schnell vergrösserte.
1835 reiste er im Auftrag der Bank nach Algerien, dort traf er Heinrich Nick, mit dem er sich im Laufe der Zeit anfreundete. Nick schlug Dunant vor, eigene Geschäfte zu machen. Sie wollten durch reiche Genfer Geldgeber ein Stück Wüste zu ertragreichem Land machen. Doch der Plan schlug Fehl und die beiden Herren verschuldeten sich. Nach dem misslungenen Geschäft liess sich Dunant in Frankreich nieder.
Juni 1859: Dunant, unterwegs mit einem Bittschreiben von Napoleon III., geriet bei Solferino ins Kampfgeschehen. 38'000 Tote und Verwundete waren auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben. Dunant vergass das Bittschreiben und half den Verwundeten. Er erkannte erstmals die Notwendigkeit für die Gründung eines internationalen Hilfswerkes.
Nach diesem Erlebnis schrieb er an seinem Buch "Eine Erinnerung aus Solferino", das 1862 erschien. Im selben Jahr traf er Gustave Moynier, Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft Genf, durch den seine Idee ins Rollen kam.
Zwei internationale Kongresse liessen das Rote Kreuz entstehen, in denen Dunant immer mehr in Vergessenheit geriet. Schliesslich wurde er aus seiner eigenen Gründung ausgeschlossen.
Dunant zog nach Paris. Nach einsamen Jahren wurde er für die Goldmedaille der Weltausstellung vorgeschlagen, die im Moment in Paris stattfand und wo das Rote Kreuz vertreten war. 1871 arbeitete er für das französische Rote Kreuz und versorgte geschädigte Frauen und Kinder in Versailles während des Bürgerkrieges. Danach entschloss sich Dunant zu einem Neubeginn in England. Dort hielt er mehrere Reden vor berühmten Publikum über die Menschheit.
Der durch den Bürgerkrieg im Exil lebende Napoleon lud Dunant zu sich ein. Ein Hoffnungsschimmer? Durch Napoleon III. lernte Dunant eine Frau kennen, mit der er bis 1879 seine Tage verbrachte.
Dunant, vom Alter, den Höhen und Tiefen seines Lebens gezeichnet, zog sich nach Heiden, nahe dem Bodensee zurück. Dort lernte er Menschen kennen, mit denen er ein neues Projekt in Angriff nahm: L' avenir sanglant - die Überarbeitung des Buches "Eine Erinnerung an Solferino". Dunant starb am 30. Oktober 1910 im Bezirkskrankenhaus Heiden.
Bleibt noch zu erwähnen, dass er 1901 den Friedensnobelpreis und 104'000 sFr. verliehen bekam, welches er nach seinem Tod seinen Gläubigern überschrieb.
Quelle: Der Zeitreisende - Die Visionen des Henry Dunant Autorin: Eveline Hasler Zusammenfassung von Oliver Wenger |